Pazifismus, Kommunismus, Sozialdemokratie – Die Liste von literarischen Werken auf der “Liste des unerwünschten und schädlichen Schrifttums” war lang. Bereits kurz nach der Machtübernahme Hitlers wurden Schriftsteller verfolgt, deren Gedankengut nicht zur nationalsozialistischen Propaganda passte, die Werke zum Großteil verboten. Trotzdem gab es mutige Autoren, die sich davon nicht einschüchtern ließen, für ihre Denkweise einstanden, und nicht selten dafür mit dem Leben bezahlten. Viele Schriftsteller, darunter auch Heinrich Mann, Thomas Manns Bruder, und auch Theodor Kramer, flohen bereits vor oder noch während des Kriegs ins Exil.

Von der Bücherverbrennung zu Widerstandsliteratur

Berlin, 1933. Flammen schießen auf dem ehemaligen Opernplatz in die Höhe, begleitet von begeisterten Rufen tausender Menschen. Bei der “Aktion wider den undeutschen Geist” vernichten an diesem 10. Mai Studenten, Professoren und andere Anhänger nationalsozialistischer Parteien in ganz Deutschland marxistische, pazifistische, jüdische und oppositionelle Literatur. Die Aktion war der Höhepunkt einer ganzen Serie von Literaturvernichtungen und hatte einen großen politischen und gesellschaftlichen Einfluss. Es zeigt den Stellenwert, den die NS-Ideologie in Deutschland einnahm, wenn selbst die Elite des Landes, hochgebildete Akademiker, in solch “flammender Begeisterung” aufgeht.

Selbstverständlich spielte aber Literatur auch eine große Rolle in der Verbreitung der Ideologie, so dass die alljährliche “Woche des deutschen Buchs” vor allem Literatur propagierte, in dem deutsche Helden im Mittelpunkt der Geschichten standen. Auch offene oder versteckte Glorifizierung Hitlers, primitiver Antisemitismus oder Verherrlichung des Krieges waren literarische Themen der NS-Literatur.

Antifaschistische Schriftsteller und Lyriker wie Kramer, der die Dramatik des Krieges in seine Gedichte aufnahm, waren es, die ihren Einfluss aufs Volk durch Literatur wahrnahmen und für ihre Überzeugungen schrieben und dafür alles verloren, Heimat oder sogar ihr leben. Doch sind sie es, die in ihren Texten bis heute weiterleben und die Menschen begeistern.

Literatur hatte somit schon immer große politische Ausdruckskraft, wie auch der amerikanische Präsident Roosevelt 1940 erkennt : “Bücher können nicht vom Feuer getötet werden. Menschen sterben, aber niemals Bücher. kein Mensch und keine Macht der Welt kann Gedanken für immer in ein Konzentrationslager verbannen.”