Ein ehrlicher, passionierter Lyriker, Sozialdemokrat und Jude – und das in einer faschistischen, antisemitischen Diktatur. Kein Wunder also, dass Theodor Kramer 1939 mit Hilfe von Unterstützern wie Thomas Mann, ins britische Exil floh. Vielleicht war es zusätzlich die Enttäuschung oder einfach die Einsicht darüber, dass in einem Land, in dem es für ihn anfangs schwer war, seinem Werk die gebührende Anerkennung zukommen zu lassen, die ihn antrieb. Denn trotz seines hochgelobten lyrischen Werkes gestaltete es sich anfangs schwierig für ihn, seine Texte zu publizieren und dafür Auszeichnungen zu erhalten. Und doch hat er im Laufe seines Lebens einige Preise erhalten.

Seine erste Beteiligung an einem Gedichtwettbewerb fand 1927 im benachbarten Deutschland im S.Fischer-Verlag statt, in dem er keinen Preis gewinnt, aber seine Texte hoch gelobt und als lyrischer Hoffnungsträger gehandelt werden.

Bis 1933 kann von seinen Publikationen schließlich leben, und findet Abnehmer vor allem in Wien, Berlin und Prag. Der Julius-Reich-Preis, benannt nach einem Kunstsammler, der ebenfalls jüdischen Glaubens war, wurde ihm 1929 überreicht. Doch der Verbot sozialdemokratischer Politik und -literatur sowie jüdischer Schrifsteller allgemein bedeutet für Kramer den Verlust all seines Hab- und Guts- alles, für das er einsteht, ist gegen Hitlers Reichspolitik. Seine Frau Inge war bereits Anfang 1939 die Flucht ins Exil gelungen, so dass er nach langen Versuchen im Juli 1939 auch sein Heimatland gen England verlassen kann.

Noch während seiner Zeit im britischen Exil, zum Schluß geprägt von Depressionen und Aufenthalten in Santorien, wurden ihm der Ehrenring der Österreichischen Liga für die Vereinten Nationen (1947) sowie der Theodor-Körner-Preis (1956 und 1957) verliehen.

Durch einen Schlaganfall beeinträchtigt und sozial isoliert, bekommt er 1957 die Möglichkeit, nach Österreich zurückzukehren, wo er eine Ehrenpension des Bundespräsidenten erhält.

Kramer bekommt wohl noch die Verleihung des Literaturpreises der Stadt Wien 1958 mit, kann den Preis jedoch nicht mehr entgegennehmen -im April 1958 stirbt er in seiner Heimat.