Die seit 1984 existierende Theodor-Kramer-Gesellschaft vergibt seit 2001 jährlich einen Preis für literarische Werke, die im Widerstand oder im Exil entstanden sind. Hier werden Schriftsteller im Namen Theodor Kramers gewürdigt, die ihm in einem verbunden sind – dem Mut, Dinge künstlerisch zu verarbeiten, die sich im persönlichen oder gesellschaftlichen Umfeld ereignen. Zu den Lebzeiten Kramers, im Nationalsozialismus, war dies eine gefährliche Angelegenheit, und ist es in einigen Gebieten der Welt bis heute geblieben. Für diese Courage werden mit dem Preis Schriftsteller aus aller Welt ausgezeichnet.

Theodor Kramer war ein Lyriker mit einem bewegtem Leben. In seinem ersten Schreibwettbewerb erhielt er keinen Preis, wurde aber bereits als lyrische Hoffnung betrachtet. Seine Werke wurden lange nicht gewürdigt und durch seine lange Zeit im britischen Exil fast vergessen. Und dennoch hat er zeit seines Lebens und auch posthum einige Preise erhalten.

Im Jahr 1928 veröffentliche er seinen ersten Gedichtband „die Gaunerzinke“, dessen Gedichte von Randgruppen der Gesellschaft handelten. Kramer fand seine Inspiration zu den Texten während Spaziergängen in der Natur. Für diese Publikation erhielt er den Künstlerpreis der Stadt Wien für Lyrik.

Ab 1931 kann er von seiner Lyrik leben und erhält 1929 den Julius-Reich-Preis, der auf einen ebenfalls jüdischen Kunstsammler zurückgeht.

1939 flieht Kramer nach England. Auch im Exil erhält er einige Preise aus dem heimischen Österreich. 1947 wird ihm der Ehrenring der Österreichischen Liga für die Vereinten Nationen verliehen, einer Schnittstelle zwischen der UNO und der österreichischen Bevölkerung.

Gleich zwei Jahre hintereinander, 1956 und 1957, ist er Preisträger des Preises der Theodor-Körner-Stiftung. Dieser dient sowohl der Würdigung Kramers Werk als auch der finanziellen Unterstützung, da er 1957, schwer krank und depressiv, aus England nach Wien zurückkehrt.

Zu dieser Zeit bekommt er wahrscheinlich noch mit, dass er den Literaturpreis der Stadt Wien erhalten soll. Da er jedoch am 3.April des Jahres verstirbt, kann er die Auszeichnung nicht mehr entgegennehmen.